Mürbe Nusskipferl von Mama

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Bei meiner Mama wurde das nachmittägliche Kaffee trinken schon immer zelebriert. Zumindest ein kleines Stück Schokolade, Trockenobst oder ein paar Nüsse muss es immer geben und am Wochenende natürlich eine Mehlspeise. Wenn ich nachhause komme, gibt es meistens Apfelstrudel, weil ich den so liebe, aber hin und wieder kommt ihr auch anderes in den Sinn. Eine süße Köstlichkeit, die sie eine Zeit lang sehr oft gebacken hatte, waren Nusskipferl aus einem herrlichen Erdäpfel-Mürbteig. Mit diesem Teig kann man sicher auch ganz tolle pikante Kipferl machen. Daher luchste ich ihr vor kurzem das Rezept ab und probierte natürlich mal für den ersten Versuch das Original-Rezept. Der Teig ist mit etwas Vorbereitung super einfach und auf Anhieb gelungen. Für mich ganz klar die Bestätigung, dass ich diesen bald wieder für eine neue Kipferlkreation verwenden werde. Außerdem lassen sich die Kipferl hervorragend einfrieren und wieder aufwärmen. Hier nun einmal das Original. Meine Mutter macht ca. 25 Stück Kipferl, ich habe jedoch kleinere gemacht (ca. 4 cm lang) und dadurch 42 Stk. erhalten.

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Zutaten:
Teig:
30 dag mehlige Erdäpfel
3 dag Weizengrieß
25 dag Mehl glatt
1 Pkg. Backpulver
7-8 dag Staubzucker
1 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
6 dag Butter
1 Ei
Mehl zum Ausarbeiten

Nussfülle:
1/8 l Milch
8 dag Kristallzucker
1 Pkg. Vanillezucker
Prise Zimt
20 dag Walnüsse gerieben
4 cl = ca. 3 EL Rum

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:
Erdäpfel kochen, schälen und ganz auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Nussfülle zubereiten: Milch mit Zucker, Zimt und Vanillezucker aufkochen, die Walnüsse hinzufügen und bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten dick einkochen. Von der Hitze nehmen und den Rum einrühren. Nun die Nussfülle beiseite stellen und komplett auskühlen lassen.

Grieß mit Mehl, Backpulver, Staub- und Vanillezucker sowie Salz gut vermengen. Nun die Erdäpfel durch eine Erdäpfelpresse drücken. Die kalte Butter in Stücke schneiden, das Ei verquirlen, und gemeinsam mit den zerdrückten Erdäpfeln sowie der Mehlmasse auf einer Arbeitsfläche zu einem Teig verkneten. Der Teig sollte schön homogen werden und nicht mehr all zu sehr auf der Arbeitsfläche kleben. Den Teig nun ca. 30 Minuten kaltstellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz ausrollen (ca. 3 mm dick) und in Dreiecke schneiden (2 ca. 11 cm lange Seiten und eine kürzere). Auf der kürzesten Seite nun mit einem Kaffeelöffel etwas Nussfülle platzieren und die Kipferl einrollen. Achtung, diese gehen schon noch etwas auf beim Backen, daher nicht zu knapp nebeneinander aufs Backblech (mit Backpapier ausgelegt) geben. Die Kipferl nun mit einem verquirlten Ei bestreichen. Die Kipferl im vorgeheizten Backrohr bei 200 °C für ca. 20 Minuten backen.

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Tastes good to me!

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Travel Guide: Neuseeland, das Essen und der Kaffee

 

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C1 Café in Christchurch mit Sliders in Rohrpostversand

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Caffeine Laboratory – was Süßes geht immer 😉

Neuseeland ist meist für seine Natur, Landschaften, Kiwis, Vögel und Schafe bekannt. Meiner Meinung nach haben die Inseln aber auch kulinarisch einiges zu bieten. Zum Beispiel gibt es wirklich fast in jedem Kuhdorf ein Café, das exzellenten Kaffee serviert. Man darf nur nicht gleich ins erstbeste reinstolpern. Mit ein bisschen Acht auf die richtigen Details wie Kreativität der Speisekarte, Ausweisung der Kaffeemarke, Sauberkeit, Möblierungsstil, findet man sogar einen vierfachen Ristretto als „double short black“ in seinem Kaffeebecher (was aber eine Ausnahme und selbst mir zu viel vom schwarzen Sudgetränk war). Aber der Neuseeländer trinkt seinen Kaffee prinzipiell sehr stark, weshalb auch in der Regel in einem „short black“ (bei uns Espresso oder kleiner Schwarzer) zwei Kaffeeportionen (also sprich ein doppelter Aufguss aber mit einfacher Menge Wasser) drinnen sind. Der „long black“ hingegen ist nicht mit einem italienischen „doppelten Espresso“ oder „großen Schwarzem“ gleichzusetzen, sondern ein „short black“ wird einfach mit heißem Wasser aufgegossen und wäre somit ein „Verlängerter“, wie es so schön in der Wiener Kaffeehauskultur heißt. Ich dachte, ich bin starken Kaffee gewöhnt, aber in Neuseeland habe ich mir meist ein Kännchen heißes Wasser dazu bestellt, was auch überall anstandslos bereitgestellt wird.

 

Außerdem ist der Ansporn der Neuseeländer sehr hoch, sich als echter „Barrister“ zu beweisen und auch etwas „latte art“ in den Cappuccino zu zaubern. Was ich weniger oft entdeckt habe, waren die Alternativen halbfette, laktosefreie oder Sojamilch zu bestellen. Auch die Sirupschwemme, wie in Amerika oder neuerdings auch in Europa blieb dort bisher scheinbar aus – für mich ein weiteres Zeichen von gutem Geschmack der Inseleinwohner und für guten Kaffee, den man nicht mit synthetischen Karamel-, Kokos-, Zimt- und Schokoladegeschmackssirup übertünchen muss.

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Frühstück im Nova Café in Dunedin

Auch beim „Essen im Café“ lassen sich die „Kiwis“ (Anm: Spitzname der Neuseeländer) nicht lumpen und servieren meist verschiedene, mitunter sehr kreative und üppige Frühstücksvariationen und -gerichte, süße und herzhafte Muffins, Scones, englische Pies, Salate, Sandwiches, Aufläufe und natürlich eine reichlich gefüllte Vitrine mit Kuchen, Torten sowie Cookies gehört zum Repertoire – selbst in der tiefsten Provinz.

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Frühstück im Nova Café in Dunedin

Allerdings sollte man über die Öffnungszeiten der verschiedenen Lokale in Neuseeland Bescheid wissen und das gilt auch für alle touristischen Hot-Spots außer Queenstown.

Die meisten Cafés öffnen früh (ab 7.00 / 8.00 Uhr), bieten Frühstück, Lunch, Snacks und Kuchen ABER nur bis ca. 16.00 Uhr, dann übernehmen Pubs und Bars, wo man zumeist auch noch einen guten Kaffee bekommt.
Auch Weinverkostungen sollte man eher ab dem späten Vormittag und in den frühen Nachmittagstunden planen, da die meisten Weinbaubetriebe ab 16.00 Uhr ihre Kellertore schließen. Mehr zum Thema Wein findest du hier.
Eine angenehme Ausnahme war hier das C1 Café in Christchurch. Ein Café, dass in ein altes Postgebäude gebaut wurde, dass auf wundersame Weise das Erdbeben recht unbeschadet überstanden hat. Doch das spektakuläre dort ist die Art und Weise, wie einem die Sliders (Miniburger) an den Tisch serviert werden. Wie in den meisten Cafés bestellt man an der Theke, bezahlt und sucht sich seinen Tisch. Dann wird das Essen serviert – nicht so bei den Sliders. Diese werden per Rohrpost an den richtigen Tisch gesendet. Dort macht es dann „Bing“ und man entnimmt seine Burgerchen aus der Röhre … sehr witzige Idee!

 

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Sliders und Curly Fries im C1

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Baby Burger im C1

Generell fanden wir das C1 besonders toll, weil es sehr viele kreative Details hatte, wie einen alten Zahnarzt-Mundspülgerät oder eine alte Nähmaschine – beides als Wasserspender. Die Toilette war nur über eine Geheimtür zugänglich (Bücherregal, dass mysteriös zur Seite gleitet) und die Vitrine war besonders kreativ gefüllt.

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Vitrine im C1

Ein paar weitere Tipps:
Das CaffeineLaboratory in Christchurch serviert exzellenten Kaffee, herrliche kleine Süßspeisen und traumhafte Frühstücksgerichte – nicht ganz günstig, aber sehr kreativ!

Das sehr stylishe The Smiths Artisan Coffee and Eatery in Christchurch befindet sich derzeit in Restart … also der Containeranlage mitten in der Innenstadt. Herrliche Teesorten, super Lunch-Snacks und gesundes Frühstück.

Im Hello Sunday in Christchurch kann man herrlichen Kuchen genießen. Leider haben wir es nicht rechtzeitig geschafft, um noch was zu Mittag zu essen, aber Kaffee und Kuchen waren ausgezeichnet und man kann sehr nett im Innenhof sitzen und Zeitung lesen.

Eines meiner absoluten Highlights: Das Vudu Café in Queenstown. Dort gibt es einfach alles raw food, low-carb, Smoothies, Paleogerichte aber auch geile Mehlspeisen und Burger mit Biofleisch… für jeden was dabei!

Das Nova in Dunedin präsentiert sich als gut besuchtes Galerie-Café-Restaurant mit etwas gehobeneren Preisen, wobei aber auch die Portionen entsprechend riesig sind. Besonders der Tee kommt sehr cool verpackt (in Streichholzschachteln portioniert) daher.

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Restaurants bieten teilweise auch Frühstück, Lunch und Dinner oder öffnen erst für das Abendessen ab ca. 17.00 Uhr, wobei man jedoch wissen sollte, dass diese von den Neuseeländern vorwiegend zu Anlässen wie Geburtstage, Feiertage oder beruflichen Feiern besucht werden. Essen gehen ist teuer und daher kommt es schon vor, dass in absoluten Touristenhochburgen auch mal nur zwei bis drei gute Restaurants im Umkreis von 20 km zu finden sind, denn die Neuseeländer leisten sich zwar ihr eigenes Ferienhaus oder zumindest den Campingwagen am Meer, aber kochen vorwiegend selbst und Barbecue hat natürlich auch einen hohen Stellenwert. So erlebt in Kaiteriteri (angrenzend am Abel Tasman National Park), wo zu Weihnachten geschätzte 1500 Touristen und Zweitwohnsitzler verweilen, es aber gerade mal zwei Lokale (außer unserem rein vegetarischen Hotelrestaurant) gibt. Zum Glück haben wir jedoch im 12 km entfernten Nachbarort Marahau ein extrem nettes Lokal namens „Hooked on Marahau„, direkt am Strand gefunden. Dort kann man herrlichen, fangfrischen Fisch aus der Bucht und die bekannten Grünschal-Muscheln essen.

Es verwundert aber auch kaum, dass man in Neuseeland herrlich Sushi Essen gehen kann. Und nachdem es nicht einfach ist, im besten Sushi-Lokal von Christchurch spontan einen Tisch zu bekommen, haben wir wieder einmal auf Google und Tripadvisor vertraut. Und wurden nicht enttäuscht, den nicht nur das das Ace Wasabi (Teppanyaki & Japanisch) in einem etwas kuriosen Ambiente in einem unzerstörten Viertel liegt, es gibt auch herrliches Sashimi, kreative Makis und Sushi sowie warme Speisen (die Vorspeisen Jakobsmuscheln sind sehr zu empfehlen). Die Rollen mit geräuchertem Aal waren herrlich.

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Wem Sushi nicht mehr exotisch genug ist, der kann im Bluekanu in Queenstown noch kulinarisch etwas dazulernen. Ganz nach dem Motto „Flavours that float your boat“ wird hier polynesisch gekocht und entsprechenden Tiki-Style findet man auch in der Deko wieder.

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Sehr zu empfehlen sind die „Crisp Chilli Lamb Ribs with Nuoc Cham“. Aber auch die „Steamed Pork and Smoked Eel Dumplings with Black Rice Vinegar“ waren ebenso spitze.bluekanu3

 

Aber auch die Desserts beherrschen unsere polynesischen Freunde sehr gut: „Cardamom and Vanilla Panna Cotta, Baby Coconut Marshmallow, Lychee Sorbet“. Und außerdem so schön angerichtet:bluekanu5 bluekanu02

Tja, wer jetzt noch nicht Lust auf die neuseeländische Café- und Restaurantszene hat, dem gebe ich liebend gerne hiermit den Rest: das „Roots“ in Christchurch – Lyttelton. Eines der besten in Neuseeland. Das in Europa bereits boomende Konzept der Regionalität, Rückbesinnung auf natürliche Geschmackserlebnisse und aus den einfachsten Zutaten, das maximalste Geschmackserlebnis herauszuholen, funktioniert scheinbar auch am anderen Ende der Welt. Und anlässlich meines Geburtstags führte mich mein Mann in das tolle Hafenlokal aus!

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Roots, Lyttleton

Der Abend sollte aber noch einige weitere Überraschungen bereithalten, wie z.B. die Bewirtung durch eine österreichische Kellnerin, die in die gleiche Schule, wie mein Mann ging, nur eben ein paar Jahre zuvor. Aber auch die Weinbegleitung durch österreichischen Wein, der Genuss von Aal und so manchem unbekannten Pflänzchen, machte den Abend zu einem Spektakel. Wer also Christchurch besucht und gerne schön und exklusiv Essen geht, darf diesen Gourmet-Hotspot keinesfalls verpassen. Hier ein paar Eindrücke unseres vorbestellten 12-Gänge-Degustationsmenü:

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Rochen aus der Bucht vor Lyttleton

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Zartes Aalfleisch

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Dessert Nr. 1 mit Rote Rüben, Rharbarber und Marshmallow-Schnee

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Dessert Nr. 2 mit diversen Cremes … einfach traumhaft

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So schlicht. So schön.

Das war bestimmt nicht das letzte Mal in Neuseeland und wenn ich zurückkehre, kann ich kaum die neuesten kulinarischen Highlights erwarten.

Tastes good to me!

 

 

 

Blunzn-Radln mit Kürbisgemüse

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Eigentlich hat das die Blunzn nicht verdient. Jetzt wird sie ohnehin schon „Blutwurst“ im Hochdeutschen genannt, was fast wie Blutrausch klingt und dann ist das Wort in Österreich auch noch ein Schimpfwort. Was nicht die einzige Kindheitserinnerung wachrüttelt, weil mein Bruder mich auch immer Blunzn schimpfte, wenn er mir unmissverständlich, aber auf kindlich charmante Art klarmachen wollte, dass ich falsch lag.

Auch kulinarisch ruft der Geruch von angebratener Blutwurst Bilder von der Küche, in der ich aufgewachsen bin, in meinem Unterbewusstsein ab. Und ja, ich hab sie auch als Kind schon gemocht. Genauso wie geröstete Leber und Beuschelsuppe, vor denen es vielen Erwachsenen auch heute noch immer – nach den ersten Kostproben in der Kindheit – graust. Ich schätze, mir wurde das einfach ganz gut verkauft und eigentlich habe ich sowieso alles gegessen, was mein Vater aß. Der war damals mein Kulinarikvorbild. Zum Glück hat sich das bis heute geändert, sonst würde ich mich wahrscheinlich immer noch von Salami mit Ketchup, Streichwurstbrot mit Senf, Schmalz auf getoastetem Schwarzbrot und Extrawurst auf Sandwich-Toast ernähren. Nun gut, er ernährt sich heute auch nicht mehr davon und das soll jetzt auch nicht heißen, dass mein Vater einen schlechten Geschmack hat, er hatte nur damals einfach mehr an den Genuss als an die Gesundheit gedacht und bekommt heute die Rechnung präsentiert. Also aufgepasst: aus Fehlern anderer lernen und die Geschmacksknospen schulen, dann schmeckt einem auch ein Gemüsesupperl oder mal ein Tofucurry hervorragend, besonders wenn man die wohltuende Wirkung im Körper spürt! Apropos, am besten Blunzn und Gemüse einfach kombinieren, dann gibt’s ernährungstechnisch nichts zu meckern!

Ich habe mir vorgenommen, dass wenn Fleisch oder Fleischprodukte auf meinen Teller kommen, dann lieber selten, dafür höchste Qualität und wenn geht, bio! Daher habe ich mir eine Blunzn von der Traditionsfleischerei Dormayer in Wien geholt.Der Betrieb bietet eine Vielzahl an kreativen Blutwurstsorten und darf sich mit fünf österreichischen Landeschampions und fünf Weltmeistertiteln schmücken.

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Für dieses Gericht habe ich die Maroni-Blutwurst verwendet, die viele große Maronistücke in der Blutwurst aufweist und perfekt für ein wärmendes Wintergericht passt. Bei meiner ersten Verkostung habe ich aber auch jene Sorte mit Cranberry probiert und die kann sich auch sehen lassen!

Zutaten für 2 Personen:
250 g Blutwurst
1 EL Öl zum Anbraten (ich habe Haselnussöl verwendet)

1 kleiner Hokkaidokürbis
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
1 Lorbeerblatt
2 – 3 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Rosmarin
1 EL gehackter Thymian
ca. 200 ml Wasser
Salz, Pfeffer

2 EL frisch geriebener Kren zum Garnieren
2 EL getrocknete Maroniflocken zum Garnieren (aus dem Reformhaus)

Zubereitung (Dauer ca. 30 Minuten):
Den Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel + Knoblauch glasig anbraten. Den Hokkaido teilen, entkernen und in ca. 1 x 1 cm große Stücke schneiden. Die Kürbiswürfel in den Topf beimengen und kurz mit anbraten. Dann das Wasser und Lorbeerblatt zugeben und weich dünsten (am besten nach 10 Minuten mal ein Stückchen probieren, ob der Kürbis schon weich ist). Dann das Lorbeerblatt entsorgen und mit den Kräutern, Pfeffer und Salz würzen. Wenn das Kürbisgemüse fertig ist, Blutwurst in ca. 7 mm dicke scheiben schneiden. Dann den Kren frisch reiben. Nun die Blutwurst in einer Pfanne mit erhitztem Öl bei mittlerer Hitze vorsichtig anbraten. Wenn die Blutwurst zu duften beginnt, die Blunznradln einmal umdrehen und auf der anderen Seite anbraten. Nun das Kürbisgemüse auf einem Teller anrichten, Blunznradln drauf, Kren und Maroniflocken darüberstreuen und fertig ist ein herrliches Abendessen oder eine gschmackige Vorspeise.

Tastes good to me!

Travel Guide Neuseeland: Die Südinsel und der Wein

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In Vino veritas!“ Wie sehr dieses Sprichwort stimmt, haben wir in Neuseeland erfahren. Denn es braucht schon etwas mehr als ein gutes Klima und einen geeigneten Boden, um sehr guten Wein herzustellen. Die Wahrheit ist, das es viel Know-how, Ausdauer und Mut benötigt, seinen eigenen Weg zu gehen und am Ende exzellenten Wein herzustellen. Um sich davon selbst zu überzeugen, kann man in den Regionen Central Otago und Marlborough die Wahrheit im neuseeländischen Wein suchen 😉

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Central Otago

Natürlich bekommt man nicht nur in diesen beiden Weinregionen deren exzellenten Wein. Auch im touristischen Queenstown gibt es einen tollen „Verkostungsraum“ namens The Winery, der im Grunde eine breite Palette an neuseeländischem Wein anbietet und man absolut nur das bezahlt, was man verkostet hat – nämlich mit seiner Chipkarte, die man an den „Weinzapfautomaten“ hält, der einem den Wein frisch aus der Flasche einschenkt.

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Weiters gibt es kleine, feine Snacks zum Essen und eine Menge an Weinliebhaber-Krims-Krams. Und wer hier nicht genug bekommt, kann sich den Wein auch in die ganze Welt nachhause schicken lassen (für wohlfeile 270,- Euro Versandkosten bei 24 Flaschen nach Österreich 😉

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Die Gläser und Dekanter in dieser Vitrine kamen uns besonders bekannt vor 😉

The Winery

Riedel Gläser soweit das Auge reicht…

In Central Otago ist die kleine Stadt Cromwell das Zentrum der Weinregion. Da wir dort herausgefunden haben, dass die Weingüter für Verkostungen schon mitten am Nachmittag schließen, haben wir auch gleich die beste Alternative kennengelernt: das Restaurant „The Nose“. Hier kann man den ganzen Tag über verkosten und herrliches Essen genießen. Vermutlich weil hier ein Motorsportpark angeschlossen ist, auf dem sich potente Benzinbrüder austoben können, die im Anschluss aber schon noch gediegen Lunch oder Dinner zu sich nehmen möchten. Zuerst haben wir uns einen „Verkostungspalette mit 6 verschiedenen Weinen“ gegönnt. Man bekommt je ca. 100 ml um gesamt 25 NZ$ und die Auswahl bestand aus dem hauseigenen Rosé 2014, einem Peregrine Dry Riesling 2010, einem hauseigenen Pinot Gris 2014, einem Mount Difficulty Sauvignon Blanc 2014, einem Mount Michael Pinot Noir 2013 und einem Pinot Noir 2013 vom Weingut Hawkshead. Zu all diesen hervorragenden Weinen passte auch die kalte Platte für zwei mit dem klingenden Namen „Taste of the Region“ sehr schön dazu.

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Diese bestand aus einer Auswahl an Delikatessen aus Central Otago Bio-Käse, ein Stück Honigwabe, Olivenöl, warmes Ciabatta und glacierte Nüsse. Dies war der perfekte Nachmittagssnack und machte uns umso neugieriger, was die Küche hier sonst noch zu bieten hatte. Daher stellten wir unseren Campingwagen ab und kamen zu Fuß wieder, da es in Cromwell leider keine Taxis gibt. Da der freundliche Keller jedoch versprochen hatte, uns nachhause zu bringen, genossen wir noch ein herrliches Abendessen sowie die Verkostung weiterer 7 Weine. Hicks 😉

Wir haben versucht, möglichst viel Wein aus dieser Region zu verkosten und kamen zu dem Schluss, dass nicht nur der bekanntermaßen außerordentliche Pinot Noir, der ca. 15 % des Anbaus ausmacht, ein Traum ist, sondern auch der Pinot Gris besonders fein und aromadicht daherkommt. Auch Chardonnay, Riesling und Gelber Muskateller werden immer populärer in Neuseeland.

Den Sauvignon Blanc haben wir uns für die zweite Weinregion aufgehoben, denn schließlich macht diese Rebsorte ca. 68% des gesamten Weinanbaus aus. Die Marlborough Region ist bereits bekannt für Ihre exzellenten Böden und folglich dem Endresultat!

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Pegasus Bay

Am Weg an der Ostküste von Christchurch in diese Region sei aber auch Waipara mit ein paar sehr guten Weingütern erwähnt. Meiner Meinung allen voran: Pegasus Bay Weingut und Restaurant.Wir wollten nur einen kleinen Snack zu uns nehmen, daher bestellten wir drei Vorspeisen, die sich jedoch als vollwertige Mahlzeit entpuppten. Zu unserem „Linsendip mit Kernen, Nüssen und gegrilltem Fladenbrot“,  den „Ziegenfrischkäse-Zigarillos mit geräucherter roter Rübe sowie Pistazien und Pilzen“ und den „Entenwürstel, Entenschinken und gebratenen Feigen“ verkosteten wir natürlich auch ein paar der hauseigenen Weine und haben uns sofort in den Riesling 2007 sowie die Cuvée aus Sauvignon und Sémillion verliebt.
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Das Weingut und Restaurant ist ein reiner Familienbetrieb und zeigt auf beeindruckende Weise, was aus einem solchen entstehen kann, wenn man harte Arbeit, Qualität, Liebe zur Kulinarik und seiner Heimat vereint. Einfach toll!

Pegasus Bay

Gärten Pegasus Bay Winery and Restaurant

Genauso begeistert waren wir, als wir in Blenheim ankamen. In der Toursimusinformation bekommt man eine kleine „Marlborough Wine Trail“ Karte, die die wichtigsten Weingüter anführt. Nach Konsultation unseres Weinführerbuches entschieden wir uns für den Besuch des Weinguts „Cloudy Bay“. Ein sehr hübsch angelegtes Weingut, aber doch schon als deutlich großer Produzent erkennbar und auch auf größere Menschenmassen ausgelegt. Die Weine waren sehr gut aber teilweise schon etwas überfordernd in ihrer Aromavielfalt bzw. -intensität.

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Saint Clair

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Zwei Eigenschaften, die uns auch im Weingut „St. Clair“ auffielen. Dort aßen wir auch einen kleinen Snack: eine Vorspeisen-Fischplatte, die sich wiederum als echter Gaumenschmaus und locker ausreichend für zwei entpuppte.

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Nachdem uns in beiden Weingütern sehr nette Damen die Weine erklärten und verkosten ließen, sei aber leider auch vor einem nicht so gemütlichen Verkostungsraum gewarnt: Allan Scott Family Winemakers. Dieser „Weinkeller“ hat uns leider nicht überzeugt. Einerseits war das Personal sehr uninteressiert an uns als Gästen, die Atmosphäre sehr kühl und auch der Wein entsprechend lieblos.

Nachdem unsere Verkostung auch an diesem Tag eher abrupt um 16.00 Uhr endete, mussten wir einfach noch einen zweiten Verkostungstag einlegen. Also beschlossen wir, ganz am anderen Ende der Karte mit unserer Tour zu beginnen und dies war wohl eine göttliche Fügung. Denn dort war das Weingut „Clos Henri“ eingezeichnet.

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Eine ehemalige Kapelle als Verkostungsräumlichkeit ließ uns schon beim näherkommen sehr schmunzeln. Als jedoch dann der Verkostungsleiter auch noch ein Franzose war, fühlten wir uns fast wie in Europa. Matthieu erzählte, dass das französischstämmige Weingut nach Neuseeland kam, um neue Böden bzw. Gebiete mit spannenden Voraussetzungen zu finden. Dann erklärte er uns genau welche Rebsorte auf welchem Boden angebaut wurde und wir verkosteten ein paar köstliche „Tröpchen“ und bestellten dazu eine kleine Käseplatte. Nachdem wir den Wein hier besonders gut fanden und schließlich auch erfuhren, dass das Weingut zu den wenigen bio-zertifizierten gehört, das Wein noch nach althergebrachten Methoden herstellte, beschlossen wir uns nur mehr diese Art von Weingütern anzusehen (mehr dazu auf manaorganicwines.co.nz).

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Über Wein philosophierend vergaß der liebe Matthieu jedoch unser Baguette aus dem Ofen zu nehmen und auf meine Nachfrage verschwand er in einer stinken Rauchwolke in der Küche. Wir mussten sehr lachen, als er uns peinlich berührt um etwas mehr Geduld bat, da er ein neues Baguette aufbacken musste. Doch schließlich hatte es sich wirklich gelohnt und wir genossen unseren kleinen Snack sowie ein gutes Glas Wein mit herrlicher Aussicht.

Gestärkt fuhren wir weiter zum Weingut „Fromm“ und „Seresin“ wo man den Wein sogar gratis verkosten kann, da diese Betriebe eben nicht von Touristen überschwemmt werden. Zudem sei hier zu erwähnen, dass in beiden Weingüter interessante Sauvignon Blancs und Pinot Noirs zu finden sind, die für die perfekte Zeitspanne in Barriquefässern ausgebaut wurden und dadurch eine ganz spezielle Toast-Note erhalten – sehr raffiniert! Unsere letzte Station an diesem Tag führte uns noch zum Weingut und Restaurant „Hans Herzog„.

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Bei einer kleinen Weingarten- und kellerführung erzählte uns die französische Sommelière, dass der Eigentümer, Hans Herzog, ein echter Weinflüsterer sei, denn er ist jeden Tag im Weingarten unterwegs und pflegt seine Rebstöcke. Dabei hat er viele unterschiedliche „Kinderlein“ zu pflegen immerhin baut er 26 verschiedene Sorten auf nur 11,5 ha an. Daraus werden dann absolute Spitzenweine in Kleinstmengen produziert und so lange gelagert, bis Herr Herzog entscheidet, dass sie reif zum Trinken sind. Ein spannender Ansatz und absolut schlaue Qualitätskontrolle. Nach so vielen positiven und interessanten Eindrücken in die Welt des Weins beendeten wir diesen Abschnitt unserer Neuseelandreise mit einem fullminaten Abendessen im Bistro von Hans Herzog, da sein Michelin-Sterne-Lokal zu diesem Zeitpunkt nicht geöffnet hatte. Cheers!

 

Tastes good to me!

 

Tante Jutta’s Apfelstrudel

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Eine absolute Kindheitserinnerung und kulinarisches Highlight, wenn ich nachhause zu meinen Eltern fahre, ist der Apfelstrudel meiner Mutter nach dem alten Hausrezept von „Tante Jutta“. Den bäckt sie mir mittlerweile fast immer, weil sie weiß, das sie mir kaum eine größere Freude machen könnte. Tante Jutta war unser Kindermädchen, als wir noch ganz klein waren und meine Mutter im eigenen Betrieb gebraucht wurde. Mit Tante Jutta hatten wir immer viel Spaß und ich kann mich doch noch an ein paar Details aus meiner Kindheit mit ihr erinnern – zumindest jedes Mal, wenn ich den herrlichen Apfelstrudelteig von ihr esse. Das ist ein Mürbteig und das besondere daran ist der beigefügte Wein.

Meine Mutter macht ihn immer mit normalem Weizenmehl, aber ich habe mir gedacht, ich probiere ihn heute einmal mit Dinkel-Vollkornmehl, was eine kleine Adjustierung des Rezepts mit sich bringt. Außerdem verwenden wir keinen Zucker für dieses Rezept sondern setzen auf die Süße der Äpfel und Rosinen. Außerdem, wer ihn süßer mag, kann ihn ja immer noch oben mit Staubzucker anzuckern.

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Zutaten für zwei Strudel:
Teig:
280 g Weizenmehl (glatt) // oder 280 g Dinkelvollkornmehl
200 g Butter
1 Prise Salz
2 EL Milch // bei VK-Mehlvariante: 3 EL Milch
2 EL Weißwein
2 Ei-Dotter

1 ganzes Ei zum Bestreichen
Mehl zum Teig ausrollen

Den Teig sollte man am Vorabend zubereiten, damit er über Nacht rasten kann.

Füllung:
1,5 kg Äpfel
Saft einer Zitrone
1 Hand voll Rosinen (oder so viel man mag)
1 Hand voll Mandelblättchen
1 EL gemahlener Zimt

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Zubereitung:
Für den Teig das Mehl auf eine saubere Arbeitsfläche geben und eine kleine Mulde in der Mitte bilden. Dort hinein gebe ich die Dotter, Milch, Wein, eine Prise Salz und die würfelig geschnittene Butter. Nun alles solange vermengen, bis die Butterstücke im Teig verteilt sind und sich der Teig geschmeidig von Fingern und Arbeitsfläche löst. Dabei kann natürlich noch etwas Mehl beigegeben werden, falls der Teig zu klebrig ist. Den Teig nun in einer flachen Schüssel, zugedeckt, über Nacht in den Kühlschrank stellen.

Den Teig ca. 1/2 Stunde vor der Verarbeitung aus dem Kühlschrank nehmen. Für die Füllung entkerne ich die Äpfel und „hachle“ sie ganz dünn auf der Küchenmandoline. Wer so ein Gerät nicht hat, einfach in feine Scheiben schneiden! Dann Zimt,  Zitronensaft, Rosinen und Mandelblättchen unter die Äpfel mischen (ich mach das immer mit beiden Händen, so wie ich es mir von meiner Mutter abgeschaut habe).

Nun den Teig in zwei gleich große Stücke teilen und diese nacheinander auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen.  Ich gebe diese ausgerollten Stücke nun nacheinander auf das Backblech und fülle einem nach dem anderen, da bei diesem mürben Teig sonst leicht ein Malheur passieren kann, wenn man die gefüllten Strudel von der Arbeitsfläche auf das Backblech heben möchte.  Auf dem ausgerollten Teig am Backpapier (am Backblech) ein paar Semmelbrösel verteilen. Dann die Apfelfüllung in der Mitte platzieren. Alle Seiten des Teigs einschlagen, sodass die Apfelfüllung komplett bedeckt ist (teilweise muss man vielleicht etwas Teigüberschüsse an den Enden wegnehmen und in der Mitte stückeln)! Nun noch den Apfelstrudel mit einem verquirlten Ei bestreichen und mit einem Schaschlik-Spieß (Gabel geht auch) ein paar Löcher in den Teig machen, damit die Flüssigkeit der Äpfel verdunsten kann und der Teig nicht platzt.
Die Apfelstrudel nun bei 180° C auf die mittlere Stufe für 60 bis 90 Minuten (je nach Backrohr) ins vorgeheizte Backrohr. Achtung: Der Strudel sollte hell gebacken werden, daher kann man sobald er braun wird einen weiteren Bogen Backpapier darüber legen, damit er nicht noch mehr Farbe zieht. Um zu sehen, ob er fertig ist, klopfe ich ganz schnell auf den Teig – ist dieser hart und knusprig, dann ist der Strudel fertig.

Tastes good to me!