Travel Guide Neuseeland: Die Südinsel und der Wein

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In Vino veritas!“ Wie sehr dieses Sprichwort stimmt, haben wir in Neuseeland erfahren. Denn es braucht schon etwas mehr als ein gutes Klima und einen geeigneten Boden, um sehr guten Wein herzustellen. Die Wahrheit ist, das es viel Know-how, Ausdauer und Mut benötigt, seinen eigenen Weg zu gehen und am Ende exzellenten Wein herzustellen. Um sich davon selbst zu überzeugen, kann man in den Regionen Central Otago und Marlborough die Wahrheit im neuseeländischen Wein suchen 😉

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Central Otago

Natürlich bekommt man nicht nur in diesen beiden Weinregionen deren exzellenten Wein. Auch im touristischen Queenstown gibt es einen tollen „Verkostungsraum“ namens The Winery, der im Grunde eine breite Palette an neuseeländischem Wein anbietet und man absolut nur das bezahlt, was man verkostet hat – nämlich mit seiner Chipkarte, die man an den „Weinzapfautomaten“ hält, der einem den Wein frisch aus der Flasche einschenkt.

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Weiters gibt es kleine, feine Snacks zum Essen und eine Menge an Weinliebhaber-Krims-Krams. Und wer hier nicht genug bekommt, kann sich den Wein auch in die ganze Welt nachhause schicken lassen (für wohlfeile 270,- Euro Versandkosten bei 24 Flaschen nach Österreich 😉

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Die Gläser und Dekanter in dieser Vitrine kamen uns besonders bekannt vor 😉

The Winery

Riedel Gläser soweit das Auge reicht…

In Central Otago ist die kleine Stadt Cromwell das Zentrum der Weinregion. Da wir dort herausgefunden haben, dass die Weingüter für Verkostungen schon mitten am Nachmittag schließen, haben wir auch gleich die beste Alternative kennengelernt: das Restaurant „The Nose“. Hier kann man den ganzen Tag über verkosten und herrliches Essen genießen. Vermutlich weil hier ein Motorsportpark angeschlossen ist, auf dem sich potente Benzinbrüder austoben können, die im Anschluss aber schon noch gediegen Lunch oder Dinner zu sich nehmen möchten. Zuerst haben wir uns einen „Verkostungspalette mit 6 verschiedenen Weinen“ gegönnt. Man bekommt je ca. 100 ml um gesamt 25 NZ$ und die Auswahl bestand aus dem hauseigenen Rosé 2014, einem Peregrine Dry Riesling 2010, einem hauseigenen Pinot Gris 2014, einem Mount Difficulty Sauvignon Blanc 2014, einem Mount Michael Pinot Noir 2013 und einem Pinot Noir 2013 vom Weingut Hawkshead. Zu all diesen hervorragenden Weinen passte auch die kalte Platte für zwei mit dem klingenden Namen „Taste of the Region“ sehr schön dazu.

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Diese bestand aus einer Auswahl an Delikatessen aus Central Otago Bio-Käse, ein Stück Honigwabe, Olivenöl, warmes Ciabatta und glacierte Nüsse. Dies war der perfekte Nachmittagssnack und machte uns umso neugieriger, was die Küche hier sonst noch zu bieten hatte. Daher stellten wir unseren Campingwagen ab und kamen zu Fuß wieder, da es in Cromwell leider keine Taxis gibt. Da der freundliche Keller jedoch versprochen hatte, uns nachhause zu bringen, genossen wir noch ein herrliches Abendessen sowie die Verkostung weiterer 7 Weine. Hicks 😉

Wir haben versucht, möglichst viel Wein aus dieser Region zu verkosten und kamen zu dem Schluss, dass nicht nur der bekanntermaßen außerordentliche Pinot Noir, der ca. 15 % des Anbaus ausmacht, ein Traum ist, sondern auch der Pinot Gris besonders fein und aromadicht daherkommt. Auch Chardonnay, Riesling und Gelber Muskateller werden immer populärer in Neuseeland.

Den Sauvignon Blanc haben wir uns für die zweite Weinregion aufgehoben, denn schließlich macht diese Rebsorte ca. 68% des gesamten Weinanbaus aus. Die Marlborough Region ist bereits bekannt für Ihre exzellenten Böden und folglich dem Endresultat!

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Marlborough

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Pegasus Bay

Am Weg an der Ostküste von Christchurch in diese Region sei aber auch Waipara mit ein paar sehr guten Weingütern erwähnt. Meiner Meinung allen voran: Pegasus Bay Weingut und Restaurant.Wir wollten nur einen kleinen Snack zu uns nehmen, daher bestellten wir drei Vorspeisen, die sich jedoch als vollwertige Mahlzeit entpuppten. Zu unserem „Linsendip mit Kernen, Nüssen und gegrilltem Fladenbrot“,  den „Ziegenfrischkäse-Zigarillos mit geräucherter roter Rübe sowie Pistazien und Pilzen“ und den „Entenwürstel, Entenschinken und gebratenen Feigen“ verkosteten wir natürlich auch ein paar der hauseigenen Weine und haben uns sofort in den Riesling 2007 sowie die Cuvée aus Sauvignon und Sémillion verliebt.
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Das Weingut und Restaurant ist ein reiner Familienbetrieb und zeigt auf beeindruckende Weise, was aus einem solchen entstehen kann, wenn man harte Arbeit, Qualität, Liebe zur Kulinarik und seiner Heimat vereint. Einfach toll!

Pegasus Bay

Gärten Pegasus Bay Winery and Restaurant

Genauso begeistert waren wir, als wir in Blenheim ankamen. In der Toursimusinformation bekommt man eine kleine „Marlborough Wine Trail“ Karte, die die wichtigsten Weingüter anführt. Nach Konsultation unseres Weinführerbuches entschieden wir uns für den Besuch des Weinguts „Cloudy Bay“. Ein sehr hübsch angelegtes Weingut, aber doch schon als deutlich großer Produzent erkennbar und auch auf größere Menschenmassen ausgelegt. Die Weine waren sehr gut aber teilweise schon etwas überfordernd in ihrer Aromavielfalt bzw. -intensität.

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Saint Clair

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Zwei Eigenschaften, die uns auch im Weingut „St. Clair“ auffielen. Dort aßen wir auch einen kleinen Snack: eine Vorspeisen-Fischplatte, die sich wiederum als echter Gaumenschmaus und locker ausreichend für zwei entpuppte.

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Nachdem uns in beiden Weingütern sehr nette Damen die Weine erklärten und verkosten ließen, sei aber leider auch vor einem nicht so gemütlichen Verkostungsraum gewarnt: Allan Scott Family Winemakers. Dieser „Weinkeller“ hat uns leider nicht überzeugt. Einerseits war das Personal sehr uninteressiert an uns als Gästen, die Atmosphäre sehr kühl und auch der Wein entsprechend lieblos.

Nachdem unsere Verkostung auch an diesem Tag eher abrupt um 16.00 Uhr endete, mussten wir einfach noch einen zweiten Verkostungstag einlegen. Also beschlossen wir, ganz am anderen Ende der Karte mit unserer Tour zu beginnen und dies war wohl eine göttliche Fügung. Denn dort war das Weingut „Clos Henri“ eingezeichnet.

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Eine ehemalige Kapelle als Verkostungsräumlichkeit ließ uns schon beim näherkommen sehr schmunzeln. Als jedoch dann der Verkostungsleiter auch noch ein Franzose war, fühlten wir uns fast wie in Europa. Matthieu erzählte, dass das französischstämmige Weingut nach Neuseeland kam, um neue Böden bzw. Gebiete mit spannenden Voraussetzungen zu finden. Dann erklärte er uns genau welche Rebsorte auf welchem Boden angebaut wurde und wir verkosteten ein paar köstliche „Tröpchen“ und bestellten dazu eine kleine Käseplatte. Nachdem wir den Wein hier besonders gut fanden und schließlich auch erfuhren, dass das Weingut zu den wenigen bio-zertifizierten gehört, das Wein noch nach althergebrachten Methoden herstellte, beschlossen wir uns nur mehr diese Art von Weingütern anzusehen (mehr dazu auf manaorganicwines.co.nz).

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Über Wein philosophierend vergaß der liebe Matthieu jedoch unser Baguette aus dem Ofen zu nehmen und auf meine Nachfrage verschwand er in einer stinken Rauchwolke in der Küche. Wir mussten sehr lachen, als er uns peinlich berührt um etwas mehr Geduld bat, da er ein neues Baguette aufbacken musste. Doch schließlich hatte es sich wirklich gelohnt und wir genossen unseren kleinen Snack sowie ein gutes Glas Wein mit herrlicher Aussicht.

Gestärkt fuhren wir weiter zum Weingut „Fromm“ und „Seresin“ wo man den Wein sogar gratis verkosten kann, da diese Betriebe eben nicht von Touristen überschwemmt werden. Zudem sei hier zu erwähnen, dass in beiden Weingüter interessante Sauvignon Blancs und Pinot Noirs zu finden sind, die für die perfekte Zeitspanne in Barriquefässern ausgebaut wurden und dadurch eine ganz spezielle Toast-Note erhalten – sehr raffiniert! Unsere letzte Station an diesem Tag führte uns noch zum Weingut und Restaurant „Hans Herzog„.

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Bei einer kleinen Weingarten- und kellerführung erzählte uns die französische Sommelière, dass der Eigentümer, Hans Herzog, ein echter Weinflüsterer sei, denn er ist jeden Tag im Weingarten unterwegs und pflegt seine Rebstöcke. Dabei hat er viele unterschiedliche „Kinderlein“ zu pflegen immerhin baut er 26 verschiedene Sorten auf nur 11,5 ha an. Daraus werden dann absolute Spitzenweine in Kleinstmengen produziert und so lange gelagert, bis Herr Herzog entscheidet, dass sie reif zum Trinken sind. Ein spannender Ansatz und absolut schlaue Qualitätskontrolle. Nach so vielen positiven und interessanten Eindrücken in die Welt des Weins beendeten wir diesen Abschnitt unserer Neuseelandreise mit einem fullminaten Abendessen im Bistro von Hans Herzog, da sein Michelin-Sterne-Lokal zu diesem Zeitpunkt nicht geöffnet hatte. Cheers!

 

Tastes good to me!

 

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