Koreaner essen auch Brot und Butter

Anhang 1

Immer auf der Suche nach neuen Lokalen, die sehr gut sind aber noch nicht total überlaufen, sodass man ohne ein Monat vorher zu reservieren spontan einen Tisch für zwei Personen bekommt, sind wir zufällig auf das neu eröffnete „Modern Korean“ gestoßen. Vielleicht lag es daran, dass Montag und Länderspiel war, aber wir reservierten um 18 Uhr und bekamen sofort einen Tisch. Vielleicht wurde die Werbetrommel aber auch noch nicht zu intensiv gerührt, da das Lokal erst seit 1. September in den ehemaligen Kim-kocht-Räumlichkeiten in der Lustkandlgasse 4-6 im 9. Wiener Bezirk gibt. Und wer könnte Kim besser nachfolgen, als einer ihrer Schüler? Dohoon Kim verwöhnt gemeinsam mit Küchenchef Norbert Stanek die Genießer von gehobener koreanischer Küche mit modernem Twist (da stand Frau Kim sicher mit dem einen oder anderen Ratschlag zur Seite). Das Ambiente ist spannend: einerseits sehr gemütlich durch die Echtholzwandvertefelungen, die mit Kupfertönen einen modernen Touch bekommen, andererseits die Hektik in der Küche, die angeschlossen an die Bar des Lokals nur durch eine Glaswand zum Gästeraum getrennt ist und man somit die fleißigen Köche bei jedem Handgriff beobachten kann.

Anhang 3

Das nette Team hat nicht lange gebraucht, um uns für ein 5-Gänge-Menü zu begeistern, denn neugierig sind wir und Hunger hatten wir auch. Als Gedeck gab es Butter mit Misobröseln on top zu zwei Sorten Brot – natürlich hausgemacht, einmal mit schwarzen Bohnen… was mir so geschmeckt hat, dass ich mir die zweite köstliche Sorte nicht einmal gemerkt habe.

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Der erste Gang: „Cobia Kräuteröl Kräutersalat Zitrusaromen“. Ein weißer Fisch aus dem Pazifik mit sehr feinem Fleisch, die Kräuter- und Zitrusaromen waren fantastisch und der empfohlene Weißwein korrespondierte vorzüglich. Und ich muss sagen, jeder Gang wurde immer besser. Es folgten „Jakobsmuschel Süßkartoffel Misodashi Gurke“ sowie „Calamari Wassermelone Cous Cous“. Beides perfekt gegart und butterweicher Konsistenz mit erfrischend neuen Kombinationen der Beilagen.

Anhang 2

Anhang 4

Aber erst beim „Tuna Steak Asiagemüse“ hätten wir gerne vor Freude applaudiert. Ich habe vor geraumer Zeit ein wenig Ekel vor Thunfischsteaks entwickelt, einfach weil die Qualität nicht gut war und ich mir einfach nicht vorstellen kann, wie so viel Thunfisch in der Welt wachsen soll, wie wir Menschen verzehren. Tja, das Team von Modern Korean hat mir zumindest den Ekel genommen und da die einzelnen Gänge eine Auswahl der Küche waren, war zumindest mein Gewissen nicht ganz so beunruhigt, da ich den Thunfisch nicht aktiv bestellt hatte.

Anhang 6

Die nächste Gaumenfreude kam in Form von einer 2er Variation des Schweinebauch daher. Und was soll ich sagen, Fett ist nun einfach DER Geschmacksträger – in so einem kleinen Stück Schwarte macht sich dann auch mein Figurbewusstsein gemütlich und sagt „Schwein drüber“.

Anhang 7

Anhang 5

Die Vollendung dieses sagenhaften Menüs wurde schließlich in Form des Bulgogi Steaks mit Graupen, Pilzen und Jungspinat serviert. So wie es sein muss: Zartes Fleisch, eine würzige Sauce, knackige Graupen, Pilze und Gemüse am Punkt! Wir haben die vielen pikanten Gänge so genossen, dass wir kein Dessert mehr essen konnten, aber da es sicherlich bald wieder eine Wiederholung dieses Abends geben wird, können wir das ja bestimmt noch nachholen. Mein Resümee: 100 Punkte für ein sehr engagiertes Team, großartiges Essen und gemütlichem Ambiente.

Tastes good to me!

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