Der Fisch ist „on fire“

Tartuf

Wie oft ist es mir in Wien schon passiert dass ich in einem Restaurant gelandet bin, wo ich niemals von alleine hinein gehen würde, wenn ich z.B. daran vorbei spaziere. Jedoch waren diese kulinarischen Ausflüge bisher noch nie eine Enttäuschung weshalb es mich umso mehr freut, wieder einen neuen Geheimtipp in Wien kennengelernt zu haben (danke an R. für den Tipp). Da ich das Restaurant genial finde und hiermit zum Zwecke des langen Fortbestands dieser Lokalität mit etwas Werbung beitragen will, teile ich diesen Geheimtipp mit euch!

Das istrische Fischrestaurant Tartuf liegt nicht gerade an einer der nettesten Ecken von Wien, wo man zufällig hineinstolpert, denn die Felberstraße ist nach wie vor für etwas andere Etablissements bekannt, zum Glück ist der Eingang am anderen Hauseck, wodurch die Adresse nicht auf die besagte Straße hindeutet!. Umso freundlicher wird man jedoch empfangen und gerade weil das Interior Design nicht gerade dem letzten Trend nachjagt, kommt auch etwas Urlaubsstimmung auf, als wäre man gerade in Kroatien. Von der doch sehr rustikalen Einrichtung darf man sich hingegen nicht täuschen lassen, denn was hier am Teller landet, wertet den Stylefaktor des Lokals enorm auf. Beim Studieren der Menükarte merkt man sofort, dass hier der Fisch das Hauptthema der Küche bildet und die freundliche Servicekraft zählt die zusätzlichen und frisch eingetroffenen Schätze des Meeres auf.

Zur Begrüßung gab es ein Crostini mit Lachs-paté und gegrilltem Oktopus und das Brot inkl. Olivenöl waren ebenso von bester Qualität. Ein gute Start, der auf mehr hoffen lässt.

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Als Vorspeisen haben wir uns für den tagesfrischen Oktupussalat, ein Thunfisch-Carpaccio mit einer Honig-Limetten-Olivenöl-Emulsion auf glasierten roten Zwiebeln und „Salsa verde“ sowie die glasierte Wachtel in Blütenhonig mit gebratenem Eigelb, Erbsenpulver, istrischen Prosciutto – Chips und weißen Motovuner Trüffel entschieden.

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Oktopus-Salat

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Glacierte Wachtel

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Glacierte Wachtel mit Wachtelei… mmmhhh

Nicht nur dass die Speisen wunderschön angerichtet waren, es hat auch exzellent gemundet und die Vorfreude und Wartezeit auf den Hauptgang – Wolfsbarsch in der Salzkruste mit Spinat und Gemüse – versüßten wir uns mit einem herrlichen Weißwein namens „Grasevina“ vom Krauthacker aus Slovenien. Die Slowenen und Kroaten machen mittlerweile wirklich sehr gute Weißweine! Der Flaschenpreis mit 32,- Euro war zwar nicht günstig jedoch ok.

Und plötzlich erregt die Kellnerin meine Aufmerksamkeit … der Koch war mittlerweile mit dem Fisch in der Salzkruste aus der Küche gekommen, doch der brannte lichterloh…

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The fish, the fish, the fish is on fire.

Ein netter Gag, der den Sinn-für-Humor unseres Kochs widerspiegelte und rein für Showzwecke diente, wie sich schnell herausstellte. Danach wurde der Wolfsbarsch professionell ausgelöst und schön angerichtet serviert. Besser geht nicht: der Fisch komplett frisch, zart und saftig, das Karöttchen noch bissfest und der Spinat mit einem Hauch von Knoblauch und natürlich ein Schuss Olivenöl über dieses wunderbare Gericht geträufelt!

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Wolfsbarsch in der Salzkruste gegarrt.

„Leben wie Gott in Frankreich“ … pah, wer will das schon, wenn man den nächsten Kurzurlaub gleich ums Eck an der Felberstraße, neben dem Westbahnhof haben kann! Es sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass ein vorzügliches und sehr faires Mittagsmenü angeboten wird (3 kleine Gänge um 13,90 Euro).

Schön wenn Völkerverständigung so gelebt wird, wie hier, denn der Ausspruch „etwas Süßes geht immer“ wurde gleich in die kroatische Gastronomie-Philosophie übernommen und so ordern wir noch alle drei verfügbaren Desserts.

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Mousse au Chocolat mit Zimt und einer Waldbeeren- und Terranosauce

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Cheese Cake mit istrischem Olivenöl

Das Schokomousse mit Zimt war sehr fein und nicht zu süß. Nicht ganz so herausragend war die interessante Interpretation des „Cheese Cakes mit istrischem Olivenöl“ was jedoch ruhig ein wenig intensiver nach Olivenöl hätte schmecken dürfen.

Da es mir beim dritten Dessert komplett die Sprache verschlagen hat, habe ich leider kein Foto mehr gemacht, aber keine Sorge, dass wird nach dem bald anstehenden nächsten Besuch noch nachgereicht! Das Souffle aus Schokolade in einer kalten Vanille- und Trüffelsoße konnte wirklich noch einen krönenden Abschluss auf dieses großartige Menü bieten, denn die Trüffelsoße war so dezent aber faszinierend anders, dass das zartschmelzende Souffle meine Geschmackknospen förmlich zum Dahinschmelzen brachte. Ein wirklich tolles Genusserlebnis und daher kann ich dieses sehr herzlich geführte und vom Preis-Leistungsverhältnis sehr faire Lokal nur jedem ans Herz legen!

Tastes good to me!

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