Der Weg zum Öl oder wie ich „low-fat“ hinter mir gelassen habe!

Südstmk

Wie der Zufall es oft will, wäre unser geplantes Südsteiermark-Wochenende mit Bruder und Schwägerin beinahe ins Wasser gefallen, da ersterer beruflich doch noch länger im Ausland verweilen musste. Doch aufgrund des sensationellen Wetterausblicks haben wir unsere Reise eben nur zu zweit angetreten und dadurch auch die Gelegenheit genutzt, am Weg in den Süden bei der Ölmühle Fandler in Pöllau, in der nordöstlicheren Steiermark vorbei zu schauen (von Wien eine gute Stunde).
Ölmühle Fandler, PöllauVöllig planlos kamen wir gerade zu einer Führung zurecht und konnten uns an eine kleine Gruppe anschließen (kostete 5,- Euro/ Erwachsenem). Die nette Frau Maria erzählte uns von der Geschichte des Betriebes, der nun in 4. Generation geführt wird, über das besonders schonende Stempelpressverfahren aller kaltgepressten Fandler Öle bis hin zu Rezeptideen mit Hanfsamen-, Lein- und Kürbiskernöl.

Wir sahen die Kerne der Pflanzen, aus denen die Öle gepresst werden und auch die Presse konnte von außen begutachtet werden.

Ölmühle

 

Distel

Distel

 

Leindotter

Leindotter (Camelina Öl)

Leinsamen

Leinsamen

Hanf

Hanfsamen

Natürlich durften die köstlichen Öle dann auch verkostet werden. Wahnsinn, wie weich und zärtlich Haselnuss-, Mohn- und Mandelöl über den Gaumen streicheln, das Hanf- und Distelöl ihre herberen Noten zeigen und uns das Camelinaöl (aus Leindotter gepresst) an den Geschmack von frisch geprockten Erbsen erinnerten.

Ölverkostung

Presskuchen (Mandel, Leinsamen, Walnuss, Mohn)

Presskuchen (Mandel, Leinsamen, Walnuss, Mohn)

Fandler8

Einzig das Olivenöl wird nicht hier in Pöllau gepresst, da ein Transport der Oliven den hohen Qualitätsansprüchen nicht gerecht werden würde. Daher presst eine Familie in Spanien das hervorragende Olivenöl. Außerdem gibt es noch ein ganz spezielles Olivenöl: Flor de Aceite („Blume des Öls“) … hier gewinnt man das Öl allein durch den Eigendruck der Oliven, wenn sie in einem hohen Turm aufeinandergestapelt werden. Ein ganz besonderer Genuss dieses flüssige Gold! Aber nicht nur ein Genuss sondern auch eine Wohltat für unseren Körper, denn wir brauchen Fett einfach, damit unsere Nerven, unsere Gefäße, im Prinzip unser ganzer Stoffwechsel funktionieren!

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ABER jeder ernährungs- und figurbewusste stößt früher oder später auf „FDH“, „low-carb“, „Dinner canceling“ und schließlich auch auf „low-fat„! Man könnte meinen, dass sich diese Diät-Philosophien in regelmäßigen Abständen gegenseitig ablösen – je nachdem welche Lobby gerade an der Macht ist, werden entsprechende Ernährungsstile gehypt.

Lange Zeit war ich ein absoluter Fett-Gegner und jeder zusätzliche Teelöffel Öl im Wok hat mir Kopfzerbrechen bereitet. Ich bin kein Anhänger von Diäten und höre lieber auf meinen Körper, was er wann und in welcher Dosis braucht. Aber ich dachte immer, dass prinzipiell low-fat schon Sinn macht. Tja, dieser Ansicht bin ich nach dem Besuch bei der Ölmühle Fandler nicht mehr … zu gut und gesund sind all diese herrlichen Öle!

Vielleicht war ich bisher ein Fett-Verweigerer, weil ich intuitiv wusste, dass das benutzte Fett vielleicht nicht das gesündeste ist und lediglich ein Geschmacksträger (und wie ich meine Mutter hier zitieren und ihr gleichzeitig zustimmen möchte: „Butter ist geschmacklich durch nichts zu ersetzen“). Aber was, wenn man beides haben kann: Geschmack und gesunde Inhaltsstoffe. Heute denke ich, dass wir Fett in Form von hochwertigen Ölen unbedingt in unserer Ernährung brauchen. Nicht nur um fettlösliche Vitamine und andere Vitalstoffe aufnehmen zu können, aber auch das Fett an sich ist Träger von z.B. Omega-3-Fettsäuren, Vitaminen und Spurenelementen und steigert somit unser Wohlbefinden.

Dass die Familie Fandler Stil hat und zeitgemäß denkt, zeigt sich nicht nur in den Produkten, im Package Design, auch die Architektur der neuen Verkaufsräumlichkeiten ist außergewöhnlich und fügt sich auf extravagante Weise perfekt in die Umgebung ein. Auch die Innenarchitektur zeigt sich klar und reduziert auf das Wesentliche!

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Den Abschluss unseres großartigen Besuchs bei der Ölmühle Fandler bildete ein aus drei kleinen Gerichten bestsehendes Öl-Degustationsmenü in dem exzellent demonstriert wurde, wie man die Öle zum Verfeinern von verschiedensten Speisen verwenden kann. Ein wirklich toller Abstecher am Weg in meine Lieblingsgenussregion: die Südsteiermark -> aber mehr dazu im nächsten Beitrag!

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Fandler Öl – tastes good to me!

 

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