Get nuts!

Mein letzter Blog-Beitrag ist schon ein Weilchen her und Gründe gibt es natürlich zu viele, als dass diese nun hier Platz fänden. Wer in den letzten Monaten auch so viel gegrübelt hat, der weiß, wie wichtig Hirn-Nahrung ist. Jedoch finde ich das Angebot an Nuss-Snacks relativ überschaubar und habe mich umso mehr über die Inspiration in einem alten Donna Hay Magazin gefreut.

Whiskey-Rosmarin-Nüsse

Das Rezept ist ganz einfach und schnell umgesetzt. Die Nüsse sind herrlich als Verfeinerung einer Käseplatte, klein gerieben als Topping für Suppen und Salate, zum selbst Naschen oder auch ein perfektes Mitbringsel, wenn man eingeladen ist.

Zutaten für ca. 3 kleine Säckchen:
400 g gemische Nüsse
2 EL Honig
60 ml Whiskey
1 EL Olivenöl
1 EL Meersalzflocken
2 Zweige Rosmarin

Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Das Backrohr auf 180° C (Heißluft) vorheizen. Den Honig, Whiskey, Olivenöl und Meersalz in einer großen Schüssel vermengen. Die Nüsse und Rosmarinzweige hinzufügen und gut durchmischen.
Die Rosmarinzweige herausnehmen und als erstes am Backblech verteilen, dann die Nüsse gleichmäßig darüber verteilen (so wird der Rosmarin nicht so schnell schwarz).

Die Nüsse für ca. 10 Minuten bei 180° C auf der mittleren Stufe des Backrohrs rösten bis sie goldbraun sind. Dann wenden und noch einmal ca. 10 Minuten rösten. Der Whiskey sollte verdunstet und die Nüsse goldbraun sein. Die Nüsse aus dem Backrohr nehmen und vollständig abkühlen lassen. Rosmarinzweige entfernen und in Gläser oder Säckchen abfüllen. Die Nüsse halten sich so dunkel, trocken und kühl gelagert ca. 3 Wochen.

 

Tastes good to me!

 

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Den Bauch wärmen: Kohleintopf mit Blunzn-Radln

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Vor kurzem habe ich für ein Fotoshooting zwei Kohlköpfe gekauft, weil die einfach super ausgesehen haben. Nach dem Shooting war die große Frage: „Was damit anfangen?“. Bei diesem kalten Wetter ganz klar, es gibt wohl nichts angenehm wärmenderes als einen Eintopf … also in diesem Fall Kohleintopf. Das Rezept dafür habe ich nicht niedergeschrieben, daher fasse ich nur kurz meinen Küchenfreestyle zusammen:

Für 4 große Portionen habe ich verwendet:
Ca. einen halben Kohlkopf (DT: Wirsing 😉
4 kleine Karotten
5 – 6 kleine mehlige Erdäpfel
1 Zwiebel
1 EL Majoran gerebelt
1 EL Gemüsesuppenpulver
2 Lorbeerblätter
1 TL Kümmel ganz
Salz, Pfeffer

Blutwurst (Blunzn) nach Belieben
Frisch geriebener Kren nach Belieben

1 l kochendes Wasser (Wasserkocher!)

Den Zwiebel habe ich gehackt und auf mittlerer Hitze langsam in einem Topf angeschwitzt. Dann die geschälten, würfelig geschnittenen Erdäpfel dazu und etwas anbräunen, dann mit ca. 1 L kochendem Wasser aufgießen. Jetzt den Majoran, Kümmel und Lorbeer dazu. Die Erdäpfel fast gar kochen (dauert ca. 10 Minuten), dann die in ca. 4 mm dicke Scheiben geschnittenen Karotten und den in ca. 2×2 cm große Blättchen geschnittenen Kohl dazu. Das ganze so lange kochen, bis die Erdäpfel gar sind und nun salzen, pfeffern und mit der Gemüsesuppenpulver würzen. Ich mag es gerne etwas sämiger also habe ich noch 1 TL Johannisbrotkernmehl mit ca. 1/8 kaltem Wasser verrührt und hinzugefügt. Zirka weitere 5 Minuten einreduzieren lassen. In der Zwischenzeit den Kren reiben. Dann die Blutwurst in ca. 5 mm dicke Scheiben (pro Person 4 – 5 Scheiben)  schneiden und bei voller Hitze für auf jeder Seite ca. 3 Minuten anbraten. Den Eintopf in einer Suppenschüssel anrichten, Blunzn drauf, Kren drauf, fertig. (Die Lorbeerblätter bei Gelegenheit herausfischen … ist man ja nicht mit)!

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Tastes good to me!

 

 

 

Frühstücksidee: Basilikum-Tomaten-Versteck

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Beim Backen sind zwei Eiklar übrig geblieben. Was tun damit? Hier eine Frühstücksidee, die ich heute hatte und die noch ein wenig Urlaubsfeeling weckt. Gutes Brot mit Tomate-Basilikum-Aufstrich (auf Sojabasis) bestreichen und mit frisch gemahlenem Pfeffer verfeinern. Dann ein paar frische Basilikumblätter sowie ein paar Cherrytomaten zerschneiden und aufs Brot verteilen. Dann das Eiklar mit ein paar Tropfen Öl in einer kleinen Pfanne zu einem Eiweißomelette braten, halbieren und über die Brote legen, salzen, fertig. Das warme Eiklar holt noch einmal alle Aromen aus dem Basilikum und der Tomate und ist ein herzhaftes Frühstück oder ein herrlicher Nachmittagssnack.

Tastes good to me!

Die neue Kathedrale des guten Geschmacks

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Ich glaube an den puren Geschmack von natürlichen Lebensmitteln. Ich glaube an die saisonale Küche. Ich glaube an inspirierte Köche, die mich als Gast und nicht irgendwelche Kritiker überzeugen wollen. Ich glaube ein Gläschen Wein zum Essen schadet nie. Das ist mein Glaubensbekenntnis und in der für mich neu entdeckten Kathedrale des guten Geschmacks lässt sich dieses hervorragend spirituell leben. Denn das erst vor kurzem eröffnete „Blue Mustard“ in der Dorotherergasse in der Innenstadt von Wien bietet all diese weltlichen Genüsse zu einem sündhaft guten Preis-Leistungsverhältnis. Bereits beim Eintreten, kommt man ins Staunen, ist im Entrée-Bereich doch tatsächlich ein Foodtruck aufgestellt, der tagsüber mit kleinen Köstlichkeiten und Coffee-to-go versorgt. Weiter hinein, wird man dieser Tage durch die äußerst angenehm klimatisierten Räumlichkeiten erfrischt. Die Tische wurden rund um die zentral stehende Bar arrangiert, die gewissermaßen das Interor-Design-Highlight bildet und an religiöse Bauten erinnert. Dieser Genuss-Religion mit dem spirituellen Führer, Alexander Mayer, trete ich gerne bei, den sie hat mich optisch und geschmacklich voll überzeugt.

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Bestellt werden können 4- oder 6-gängige Menüs oder „À-la-carte“. Meine Begleitung und ich testeten das viergängige das „From Vienna to Napoli“-Menü um 59,- Euro und die sechsgängige Carte Blanche-Menüfolge für wohlfeile 78,- Euro , die sich im Grunde aus einer Überraschungs-Kombination der 3 verfügbaren Menüs zusammenstellt.

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Jedenfalls wird es wohl nicht lange dauern, bis die Allgemeinheit und somit auch die Restaurantbewerter zuschlagen und es dadurch wie immer eine Challenge wird, spontan (also 3 Tage vorher 😉 ) einen Tisch zu bekommen. Daher lieber gleich hingehen, genießen und danach brav dem Herrgot, Allah, Buddah oder sonst wem danken, dass sich doch noch immer wieder motivierte Gastronomen trauen, ein neues Restaurant bei uns in Wien zu eröffnen!

Menü „From Vienna to Napoli“

sommer ernte
Bach Tomaten · Marchfeld Artischocke · Büffelmilch · Basilikum

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styria beef
Eingelegte Eierschwammerl · Kernöl-Guacamole · Liebstöckl · Parisiei

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peperonata Bio
Poularde · Pfefferblatt · Camaro-Garnele · Salsiccia Ravioli

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brioche
Rosen-Marille · Lavendel · Sauerrahm · Mirto

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Carte Blanche Menü

pistou gazpacho
Mara des Bois Erdbeeren · Rote Früchte · Piment d‘Espelette · Joghurt · Bulgur

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merluzzo „salsa verde“
Atlantik Kabeljau · Venus Muscheln · Grünes Gemüse · Algencrisp

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beurre sale
Butterkaramell · Fleur de Sel · Schokolade

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orient expresso
Arabisches Mokkamousse · Knusprige Milchblätter · Kardamom · Mandeleis

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Tastes good to me!

 

Eine bodenlose Köstlichkeit: Topfentorte mit Aperol-Rharbarber-Ragout und frischen Erdbeeren

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Es ist für alle die mich kennen keine Überraschung, dass ich auch beim Backen versuche, möglichst gesunde Varianten meiner Kuchen, Strudel und Süßspeisen zu zaubern. Das gilt auch für Cheesecake bzw. Topfentorten. Ich liebe sie aber die Variante mit Frischkäse (vielleicht noch Doppelrahmstufe) ist mir teilweise einfach zu üppig. Ich bringe kein ganzes Stück runter. Daher greife ich lieber zur Topfentorte mit Magertopfen (Quark). Hier ein schnelles und sehr einfaches Rezept, dass man das ganze Jahr über machen kann und einfach mit den Früchten, die dazu gegessen werden variiert.

Im Juni ist die Kombination aus Rharbarber und Erdbeeren einfach ein Must. Aber um dem ganzen einen frischen und neuen Touch zu geben, haben wir den Aperol zum Ablöschen verwendet. Viel Spaß beim Nachbacken!

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Zutaten für ca. 12 Stück:
Topfentorte
500 g Magertopfen
3 Eiklar (large)
3 Dotter + 1 ganzes Ei (large)
fein abgeriebene Zitronenschale einer halben Zitrone
100 g Zucker
Prise Salz
30 g Mehl
1 Verschlusskappe 80%-igen Stroh Rum
1 Messerspitze Vanilleschottenpulver (Sonnentor)
10 g weiche Butter für die Form


Aperol-Rharbarber-Ragout:

3 gehäufte EL Kristallzucker
6 cl Aperol
1/2 Zitrone
1/8 l Blutorangensaft
2 Prisen Zimt
1/2 kg Rharbarber
1 gestrichener TL Johannisbrotkernmehl zum Binden

500g Erdbeeren

Backutensilien:
Tortenspringform

Zubereitung:
Für die Topfentorte das Backrohr auf 150° Grad vorheizen. Die 3 Eiklar mit Zucker zu steifem Schnee schlagen. Den Topfen mit Salz, Eidotter, ganzem Ei, Zitronenschale, Mehl und Vanillepulver sowie Rum glatt rühren. Den Eischnee unterheben. Dann die fertige Topfenmasse in die gebutterte Springform füllen und im vorgeheizten Backrohr 45 Minuten backen. Achtung: In dieser Zeit das Backrohr nicht öffnen, da sonst der Kuchen zusammenfällt. Am Ende der Backzeit das Backrohr vorsichtig einen kleinen Spalt öffnen, einen Holzkochlöffel einklemmen, Backrohr abdrehen und den Kuchen aus dem Backrohr nehmen. Es ist ganz normal, dass der Kuchen ein wenig einsackt, aber dann lässt sich auch das Ragout besser oben auf anrichten, wenn man den Kuchen in einem Stück serviert und erst vor den Gästen aufschneidet!

Während der Kuchen im Backrohr bäckt, bereiten wir das Rharbarber-Ragout zu. Dafür den Rharbarber waschen, eventuell teilweise schälen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Die Erdbeeren entstiehlen, waschen und in Viertel schneiden, dann beiseite in eine Schüssel geben.
Den Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Temperatur vorsichtig schmelzen, sodass er hell karamelisiert, immer wieder umrühren, dann mit Aperol ablöschen und aufkochen lassen, bis sich das Karamell vollständig auflöst. Dann den Rharbarber beimengen, Zitronensaft, Zimt, Blutorangensaft und einkochen lassen. Am Ende das Johannisbrotkernmehl in einem Glas mit ca. 3 EL Wasser auflösen und zum Eindicken in das Rharbarber-Ragout geben. Einmal noch kurz aufkochen lassen, sodass das Ragout sämig wird.

Die Topfentorte mit Aperol-Rharbarber-Ragout und Erdbeeren anrichten! Gutes Gelingen!

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Tastes good to me!