Die neue Kathedrale des guten Geschmacks

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Ich glaube an den puren Geschmack von natürlichen Lebensmitteln. Ich glaube an die saisonale Küche. Ich glaube an inspirierte Köche, die mich als Gast und nicht irgendwelche Kritiker überzeugen wollen. Ich glaube ein Gläschen Wein zum Essen schadet nie. Das ist mein Glaubensbekenntnis und in der für mich neu entdeckten Kathedrale des guten Geschmacks lässt sich dieses hervorragend spirituell leben. Denn das erst vor kurzem eröffnete „Blue Mustard“ in der Dorotherergasse in der Innenstadt von Wien bietet all diese weltlichen Genüsse zu einem sündhaft guten Preis-Leistungsverhältnis. Bereits beim Eintreten, kommt man ins Staunen, ist im Entrée-Bereich doch tatsächlich ein Foodtruck aufgestellt, der tagsüber mit kleinen Köstlichkeiten und Coffee-to-go versorgt. Weiter hinein, wird man dieser Tage durch die äußerst angenehm klimatisierten Räumlichkeiten erfrischt. Die Tische wurden rund um die zentral stehende Bar arrangiert, die gewissermaßen das Interor-Design-Highlight bildet und an religiöse Bauten erinnert. Dieser Genuss-Religion mit dem spirituellen Führer, Alexander Mayer, trete ich gerne bei, den sie hat mich optisch und geschmacklich voll überzeugt.

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Bestellt werden können 4- oder 6-gängige Menüs oder „À-la-carte“. Meine Begleitung und ich testeten das viergängige das „From Vienna to Napoli“-Menü um 59,- Euro und die sechsgängige Carte Blanche-Menüfolge für wohlfeile 78,- Euro , die sich im Grunde aus einer Überraschungs-Kombination der 3 verfügbaren Menüs zusammenstellt.

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Jedenfalls wird es wohl nicht lange dauern, bis die Allgemeinheit und somit auch die Restaurantbewerter zuschlagen und es dadurch wie immer eine Challenge wird, spontan (also 3 Tage vorher😉 ) einen Tisch zu bekommen. Daher lieber gleich hingehen, genießen und danach brav dem Herrgot, Allah, Buddah oder sonst wem danken, dass sich doch noch immer wieder motivierte Gastronomen trauen, ein neues Restaurant bei uns in Wien zu eröffnen!

Menü „From Vienna to Napoli“

sommer ernte
Bach Tomaten · Marchfeld Artischocke · Büffelmilch · Basilikum

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styria beef
Eingelegte Eierschwammerl · Kernöl-Guacamole · Liebstöckl · Parisiei

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peperonata Bio
Poularde · Pfefferblatt · Camaro-Garnele · Salsiccia Ravioli

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brioche
Rosen-Marille · Lavendel · Sauerrahm · Mirto

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Carte Blanche Menü

pistou gazpacho
Mara des Bois Erdbeeren · Rote Früchte · Piment d‘Espelette · Joghurt · Bulgur

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merluzzo „salsa verde“
Atlantik Kabeljau · Venus Muscheln · Grünes Gemüse · Algencrisp

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beurre sale
Butterkaramell · Fleur de Sel · Schokolade

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orient expresso
Arabisches Mokkamousse · Knusprige Milchblätter · Kardamom · Mandeleis

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Tastes good to me!

 

Eine bodenlose Köstlichkeit: Topfentorte mit Aperol-Rharbarber-Ragout und frischen Erdbeeren

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Es ist für alle die mich kennen keine Überraschung, dass ich auch beim Backen versuche, möglichst gesunde Varianten meiner Kuchen, Strudel und Süßspeisen zu zaubern. Das gilt auch für Cheesecake bzw. Topfentorten. Ich liebe sie aber die Variante mit Frischkäse (vielleicht noch Doppelrahmstufe) ist mir teilweise einfach zu üppig. Ich bringe kein ganzes Stück runter. Daher greife ich lieber zur Topfentorte mit Magertopfen (Quark). Hier ein schnelles und sehr einfaches Rezept, dass man das ganze Jahr über machen kann und einfach mit den Früchten, die dazu gegessen werden variiert.

Im Juni ist die Kombination aus Rharbarber und Erdbeeren einfach ein Must. Aber um dem ganzen einen frischen und neuen Touch zu geben, haben wir den Aperol zum Ablöschen verwendet. Viel Spaß beim Nachbacken!

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Zutaten für ca. 12 Stück:
Topfentorte
500 g Magertopfen
3 Eiklar (large)
3 Dotter + 1 ganzes Ei (large)
fein abgeriebene Zitronenschale einer halben Zitrone
100 g Zucker
Prise Salz
30 g Mehl
1 Verschlusskappe 80%-igen Stroh Rum
1 Messerspitze Vanilleschottenpulver (Sonnentor)
10 g weiche Butter für die Form


Aperol-Rharbarber-Ragout:

3 gehäufte EL Kristallzucker
6 cl Aperol
1/2 Zitrone
1/8 l Blutorangensaft
2 Prisen Zimt
1/2 kg Rharbarber
1 gestrichener TL Johannisbrotkernmehl zum Binden

500g Erdbeeren

Backutensilien:
Tortenspringform

Zubereitung:
Für die Topfentorte das Backrohr auf 150° Grad vorheizen. Die 3 Eiklar mit Zucker zu steifem Schnee schlagen. Den Topfen mit Salz, Eidotter, ganzem Ei, Zitronenschale, Mehl und Vanillepulver sowie Rum glatt rühren. Den Eischnee unterheben. Dann die fertige Topfenmasse in die gebutterte Springform füllen und im vorgeheizten Backrohr 45 Minuten backen. Achtung: In dieser Zeit das Backrohr nicht öffnen, da sonst der Kuchen zusammenfällt. Am Ende der Backzeit das Backrohr vorsichtig einen kleinen Spalt öffnen, einen Holzkochlöffel einklemmen, Backrohr abdrehen und den Kuchen aus dem Backrohr nehmen. Es ist ganz normal, dass der Kuchen ein wenig einsackt, aber dann lässt sich auch das Ragout besser oben auf anrichten, wenn man den Kuchen in einem Stück serviert und erst vor den Gästen aufschneidet!

Während der Kuchen im Backrohr bäckt, bereiten wir das Rharbarber-Ragout zu. Dafür den Rharbarber waschen, eventuell teilweise schälen und in ca. 3 cm lange Stücke schneiden. Die Erdbeeren entstiehlen, waschen und in Viertel schneiden, dann beiseite in eine Schüssel geben.
Den Zucker in einem kleinen Topf bei mittlerer Temperatur vorsichtig schmelzen, sodass er hell karamelisiert, immer wieder umrühren, dann mit Aperol ablöschen und aufkochen lassen, bis sich das Karamell vollständig auflöst. Dann den Rharbarber beimengen, Zitronensaft, Zimt, Blutorangensaft und einkochen lassen. Am Ende das Johannisbrotkernmehl in einem Glas mit ca. 3 EL Wasser auflösen und zum Eindicken in das Rharbarber-Ragout geben. Einmal noch kurz aufkochen lassen, sodass das Ragout sämig wird.

Die Topfentorte mit Aperol-Rharbarber-Ragout und Erdbeeren anrichten! Gutes Gelingen!

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Tastes good to me!

Mürbe Nusskipferl von Mama

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Bei meiner Mama wurde das nachmittägliche Kaffee trinken schon immer zelebriert. Zumindest ein kleines Stück Schokolade, Trockenobst oder ein paar Nüsse muss es immer geben und am Wochenende natürlich eine Mehlspeise. Wenn ich nachhause komme, gibt es meistens Apfelstrudel, weil ich den so liebe, aber hin und wieder kommt ihr auch anderes in den Sinn. Eine süße Köstlichkeit, die sie eine Zeit lang sehr oft gebacken hatte, waren Nusskipferl aus einem herrlichen Erdäpfel-Mürbteig. Mit diesem Teig kann man sicher auch ganz tolle pikante Kipferl machen. Daher luchste ich ihr vor kurzem das Rezept ab und probierte natürlich mal für den ersten Versuch das Original-Rezept. Der Teig ist mit etwas Vorbereitung super einfach und auf Anhieb gelungen. Für mich ganz klar die Bestätigung, dass ich diesen bald wieder für eine neue Kipferlkreation verwenden werde. Außerdem lassen sich die Kipferl hervorragend einfrieren und wieder aufwärmen. Hier nun einmal das Original. Meine Mutter macht ca. 25 Stück Kipferl, ich habe jedoch kleinere gemacht (ca. 4 cm lang) und dadurch 42 Stk. erhalten.

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Zutaten:
Teig:
30 dag mehlige Erdäpfel
3 dag Weizengrieß
25 dag Mehl glatt
1 Pkg. Backpulver
7-8 dag Staubzucker
1 Pkg. Vanillezucker
1 Prise Salz
6 dag Butter
1 Ei
Mehl zum Ausarbeiten

Nussfülle:
1/8 l Milch
8 dag Kristallzucker
1 Pkg. Vanillezucker
Prise Zimt
20 dag Walnüsse gerieben
4 cl = ca. 3 EL Rum

1 Ei zum Bestreichen

Zubereitung:
Erdäpfel kochen, schälen und ganz auskühlen lassen. In der Zwischenzeit die Nussfülle zubereiten: Milch mit Zucker, Zimt und Vanillezucker aufkochen, die Walnüsse hinzufügen und bei mittlerer Hitze ca. 20 Minuten dick einkochen. Von der Hitze nehmen und den Rum einrühren. Nun die Nussfülle beiseite stellen und komplett auskühlen lassen.

Grieß mit Mehl, Backpulver, Staub- und Vanillezucker sowie Salz gut vermengen. Nun die Erdäpfel durch eine Erdäpfelpresse drücken. Die kalte Butter in Stücke schneiden, das Ei verquirlen, und gemeinsam mit den zerdrückten Erdäpfeln sowie der Mehlmasse auf einer Arbeitsfläche zu einem Teig verkneten. Der Teig sollte schön homogen werden und nicht mehr all zu sehr auf der Arbeitsfläche kleben. Den Teig nun ca. 30 Minuten kaltstellen.

Den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einem Nudelholz ausrollen (ca. 3 mm dick) und in Dreiecke schneiden (2 ca. 11 cm lange Seiten und eine kürzere). Auf der kürzesten Seite nun mit einem Kaffeelöffel etwas Nussfülle platzieren und die Kipferl einrollen. Achtung, diese gehen schon noch etwas auf beim Backen, daher nicht zu knapp nebeneinander aufs Backblech (mit Backpapier ausgelegt) geben. Die Kipferl nun mit einem verquirlten Ei bestreichen. Die Kipferl im vorgeheizten Backrohr bei 200 °C für ca. 20 Minuten backen.

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Tastes good to me!

Travel Guide: Neuseeland, das Essen und der Kaffee

 

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C1 Café in Christchurch mit Sliders in Rohrpostversand

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Caffeine Laboratory – was Süßes geht immer😉

Neuseeland ist meist für seine Natur, Landschaften, Kiwis, Vögel und Schafe bekannt. Meiner Meinung nach haben die Inseln aber auch kulinarisch einiges zu bieten. Zum Beispiel gibt es wirklich fast in jedem Kuhdorf ein Café, das exzellenten Kaffee serviert. Man darf nur nicht gleich ins erstbeste reinstolpern. Mit ein bisschen Acht auf die richtigen Details wie Kreativität der Speisekarte, Ausweisung der Kaffeemarke, Sauberkeit, Möblierungsstil, findet man sogar einen vierfachen Ristretto als „double short black“ in seinem Kaffeebecher (was aber eine Ausnahme und selbst mir zu viel vom schwarzen Sudgetränk war). Aber der Neuseeländer trinkt seinen Kaffee prinzipiell sehr stark, weshalb auch in der Regel in einem „short black“ (bei uns Espresso oder kleiner Schwarzer) zwei Kaffeeportionen (also sprich ein doppelter Aufguss aber mit einfacher Menge Wasser) drinnen sind. Der „long black“ hingegen ist nicht mit einem italienischen „doppelten Espresso“ oder „großen Schwarzem“ gleichzusetzen, sondern ein „short black“ wird einfach mit heißem Wasser aufgegossen und wäre somit ein „Verlängerter“, wie es so schön in der Wiener Kaffeehauskultur heißt. Ich dachte, ich bin starken Kaffee gewöhnt, aber in Neuseeland habe ich mir meist ein Kännchen heißes Wasser dazu bestellt, was auch überall anstandslos bereitgestellt wird.

 

Außerdem ist der Ansporn der Neuseeländer sehr hoch, sich als echter „Barrister“ zu beweisen und auch etwas „latte art“ in den Cappuccino zu zaubern. Was ich weniger oft entdeckt habe, waren die Alternativen halbfette, laktosefreie oder Sojamilch zu bestellen. Auch die Sirupschwemme, wie in Amerika oder neuerdings auch in Europa blieb dort bisher scheinbar aus – für mich ein weiteres Zeichen von gutem Geschmack der Inseleinwohner und für guten Kaffee, den man nicht mit synthetischen Karamel-, Kokos-, Zimt- und Schokoladegeschmackssirup übertünchen muss.

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Frühstück im Nova Café in Dunedin

Auch beim „Essen im Café“ lassen sich die „Kiwis“ (Anm: Spitzname der Neuseeländer) nicht lumpen und servieren meist verschiedene, mitunter sehr kreative und üppige Frühstücksvariationen und -gerichte, süße und herzhafte Muffins, Scones, englische Pies, Salate, Sandwiches, Aufläufe und natürlich eine reichlich gefüllte Vitrine mit Kuchen, Torten sowie Cookies gehört zum Repertoire – selbst in der tiefsten Provinz.

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Frühstück im Nova Café in Dunedin

Allerdings sollte man über die Öffnungszeiten der verschiedenen Lokale in Neuseeland Bescheid wissen und das gilt auch für alle touristischen Hot-Spots außer Queenstown.

Die meisten Cafés öffnen früh (ab 7.00 / 8.00 Uhr), bieten Frühstück, Lunch, Snacks und Kuchen ABER nur bis ca. 16.00 Uhr, dann übernehmen Pubs und Bars, wo man zumeist auch noch einen guten Kaffee bekommt.
Auch Weinverkostungen sollte man eher ab dem späten Vormittag und in den frühen Nachmittagstunden planen, da die meisten Weinbaubetriebe ab 16.00 Uhr ihre Kellertore schließen. Mehr zum Thema Wein findest du hier.
Eine angenehme Ausnahme war hier das C1 Café in Christchurch. Ein Café, dass in ein altes Postgebäude gebaut wurde, dass auf wundersame Weise das Erdbeben recht unbeschadet überstanden hat. Doch das spektakuläre dort ist die Art und Weise, wie einem die Sliders (Miniburger) an den Tisch serviert werden. Wie in den meisten Cafés bestellt man an der Theke, bezahlt und sucht sich seinen Tisch. Dann wird das Essen serviert – nicht so bei den Sliders. Diese werden per Rohrpost an den richtigen Tisch gesendet. Dort macht es dann „Bing“ und man entnimmt seine Burgerchen aus der Röhre … sehr witzige Idee!

 

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Sliders und Curly Fries im C1

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Baby Burger im C1

Generell fanden wir das C1 besonders toll, weil es sehr viele kreative Details hatte, wie einen alten Zahnarzt-Mundspülgerät oder eine alte Nähmaschine – beides als Wasserspender. Die Toilette war nur über eine Geheimtür zugänglich (Bücherregal, dass mysteriös zur Seite gleitet) und die Vitrine war besonders kreativ gefüllt.

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Vitrine im C1

Ein paar weitere Tipps:
Das CaffeineLaboratory in Christchurch serviert exzellenten Kaffee, herrliche kleine Süßspeisen und traumhafte Frühstücksgerichte – nicht ganz günstig, aber sehr kreativ!

Das sehr stylishe The Smiths Artisan Coffee and Eatery in Christchurch befindet sich derzeit in Restart … also der Containeranlage mitten in der Innenstadt. Herrliche Teesorten, super Lunch-Snacks und gesundes Frühstück.

Im Hello Sunday in Christchurch kann man herrlichen Kuchen genießen. Leider haben wir es nicht rechtzeitig geschafft, um noch was zu Mittag zu essen, aber Kaffee und Kuchen waren ausgezeichnet und man kann sehr nett im Innenhof sitzen und Zeitung lesen.

Eines meiner absoluten Highlights: Das Vudu Café in Queenstown. Dort gibt es einfach alles raw food, low-carb, Smoothies, Paleogerichte aber auch geile Mehlspeisen und Burger mit Biofleisch… für jeden was dabei!

Das Nova in Dunedin präsentiert sich als gut besuchtes Galerie-Café-Restaurant mit etwas gehobeneren Preisen, wobei aber auch die Portionen entsprechend riesig sind. Besonders der Tee kommt sehr cool verpackt (in Streichholzschachteln portioniert) daher.

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Restaurants bieten teilweise auch Frühstück, Lunch und Dinner oder öffnen erst für das Abendessen ab ca. 17.00 Uhr, wobei man jedoch wissen sollte, dass diese von den Neuseeländern vorwiegend zu Anlässen wie Geburtstage, Feiertage oder beruflichen Feiern besucht werden. Essen gehen ist teuer und daher kommt es schon vor, dass in absoluten Touristenhochburgen auch mal nur zwei bis drei gute Restaurants im Umkreis von 20 km zu finden sind, denn die Neuseeländer leisten sich zwar ihr eigenes Ferienhaus oder zumindest den Campingwagen am Meer, aber kochen vorwiegend selbst und Barbecue hat natürlich auch einen hohen Stellenwert. So erlebt in Kaiteriteri (angrenzend am Abel Tasman National Park), wo zu Weihnachten geschätzte 1500 Touristen und Zweitwohnsitzler verweilen, es aber gerade mal zwei Lokale (außer unserem rein vegetarischen Hotelrestaurant) gibt. Zum Glück haben wir jedoch im 12 km entfernten Nachbarort Marahau ein extrem nettes Lokal namens „Hooked on Marahau„, direkt am Strand gefunden. Dort kann man herrlichen, fangfrischen Fisch aus der Bucht und die bekannten Grünschal-Muscheln essen.

Es verwundert aber auch kaum, dass man in Neuseeland herrlich Sushi Essen gehen kann. Und nachdem es nicht einfach ist, im besten Sushi-Lokal von Christchurch spontan einen Tisch zu bekommen, haben wir wieder einmal auf Google und Tripadvisor vertraut. Und wurden nicht enttäuscht, den nicht nur das das Ace Wasabi (Teppanyaki & Japanisch) in einem etwas kuriosen Ambiente in einem unzerstörten Viertel liegt, es gibt auch herrliches Sashimi, kreative Makis und Sushi sowie warme Speisen (die Vorspeisen Jakobsmuscheln sind sehr zu empfehlen). Die Rollen mit geräuchertem Aal waren herrlich.

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Wem Sushi nicht mehr exotisch genug ist, der kann im Bluekanu in Queenstown noch kulinarisch etwas dazulernen. Ganz nach dem Motto „Flavours that float your boat“ wird hier polynesisch gekocht und entsprechenden Tiki-Style findet man auch in der Deko wieder.

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Sehr zu empfehlen sind die „Crisp Chilli Lamb Ribs with Nuoc Cham“. Aber auch die „Steamed Pork and Smoked Eel Dumplings with Black Rice Vinegar“ waren ebenso spitze.bluekanu3

 

Aber auch die Desserts beherrschen unsere polynesischen Freunde sehr gut: „Cardamom and Vanilla Panna Cotta, Baby Coconut Marshmallow, Lychee Sorbet“. Und außerdem so schön angerichtet:bluekanu5 bluekanu02

Tja, wer jetzt noch nicht Lust auf die neuseeländische Café- und Restaurantszene hat, dem gebe ich liebend gerne hiermit den Rest: das „Roots“ in Christchurch – Lyttelton. Eines der besten in Neuseeland. Das in Europa bereits boomende Konzept der Regionalität, Rückbesinnung auf natürliche Geschmackserlebnisse und aus den einfachsten Zutaten, das maximalste Geschmackserlebnis herauszuholen, funktioniert scheinbar auch am anderen Ende der Welt. Und anlässlich meines Geburtstags führte mich mein Mann in das tolle Hafenlokal aus!

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Roots, Lyttleton

Der Abend sollte aber noch einige weitere Überraschungen bereithalten, wie z.B. die Bewirtung durch eine österreichische Kellnerin, die in die gleiche Schule, wie mein Mann ging, nur eben ein paar Jahre zuvor. Aber auch die Weinbegleitung durch österreichischen Wein, der Genuss von Aal und so manchem unbekannten Pflänzchen, machte den Abend zu einem Spektakel. Wer also Christchurch besucht und gerne schön und exklusiv Essen geht, darf diesen Gourmet-Hotspot keinesfalls verpassen. Hier ein paar Eindrücke unseres vorbestellten 12-Gänge-Degustationsmenü:

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Rochen aus der Bucht vor Lyttleton

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Zartes Aalfleisch

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Dessert Nr. 1 mit Rote Rüben, Rharbarber und Marshmallow-Schnee

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Dessert Nr. 2 mit diversen Cremes … einfach traumhaft

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So schlicht. So schön.

Das war bestimmt nicht das letzte Mal in Neuseeland und wenn ich zurückkehre, kann ich kaum die neuesten kulinarischen Highlights erwarten.

Tastes good to me!

 

 

 

Blunzn-Radln mit Kürbisgemüse

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Eigentlich hat das die Blunzn nicht verdient. Jetzt wird sie ohnehin schon „Blutwurst“ im Hochdeutschen genannt, was fast wie Blutrausch klingt und dann ist das Wort in Österreich auch noch ein Schimpfwort. Was nicht die einzige Kindheitserinnerung wachrüttelt, weil mein Bruder mich auch immer Blunzn schimpfte, wenn er mir unmissverständlich, aber auf kindlich charmante Art klarmachen wollte, dass ich falsch lag.

Auch kulinarisch ruft der Geruch von angebratener Blutwurst Bilder von der Küche, in der ich aufgewachsen bin, in meinem Unterbewusstsein ab. Und ja, ich hab sie auch als Kind schon gemocht. Genauso wie geröstete Leber und Beuschelsuppe, vor denen es vielen Erwachsenen auch heute noch immer – nach den ersten Kostproben in der Kindheit – graust. Ich schätze, mir wurde das einfach ganz gut verkauft und eigentlich habe ich sowieso alles gegessen, was mein Vater aß. Der war damals mein Kulinarikvorbild. Zum Glück hat sich das bis heute geändert, sonst würde ich mich wahrscheinlich immer noch von Salami mit Ketchup, Streichwurstbrot mit Senf, Schmalz auf getoastetem Schwarzbrot und Extrawurst auf Sandwich-Toast ernähren. Nun gut, er ernährt sich heute auch nicht mehr davon und das soll jetzt auch nicht heißen, dass mein Vater einen schlechten Geschmack hat, er hatte nur damals einfach mehr an den Genuss als an die Gesundheit gedacht und bekommt heute die Rechnung präsentiert. Also aufgepasst: aus Fehlern anderer lernen und die Geschmacksknospen schulen, dann schmeckt einem auch ein Gemüsesupperl oder mal ein Tofucurry hervorragend, besonders wenn man die wohltuende Wirkung im Körper spürt! Apropos, am besten Blunzn und Gemüse einfach kombinieren, dann gibt’s ernährungstechnisch nichts zu meckern!

Ich habe mir vorgenommen, dass wenn Fleisch oder Fleischprodukte auf meinen Teller kommen, dann lieber selten, dafür höchste Qualität und wenn geht, bio! Daher habe ich mir eine Blunzn von der Traditionsfleischerei Dormayer in Wien geholt.Der Betrieb bietet eine Vielzahl an kreativen Blutwurstsorten und darf sich mit fünf österreichischen Landeschampions und fünf Weltmeistertiteln schmücken.

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Für dieses Gericht habe ich die Maroni-Blutwurst verwendet, die viele große Maronistücke in der Blutwurst aufweist und perfekt für ein wärmendes Wintergericht passt. Bei meiner ersten Verkostung habe ich aber auch jene Sorte mit Cranberry probiert und die kann sich auch sehen lassen!

Zutaten für 2 Personen:
250 g Blutwurst
1 EL Öl zum Anbraten (ich habe Haselnussöl verwendet)

1 kleiner Hokkaidokürbis
1 kleine Zwiebel
2 Knoblauchzehen
2 EL Olivenöl
1 Lorbeerblatt
2 – 3 EL gehackte Petersilie
1 EL gehackter Rosmarin
1 EL gehackter Thymian
ca. 200 ml Wasser
Salz, Pfeffer

2 EL frisch geriebener Kren zum Garnieren
2 EL getrocknete Maroniflocken zum Garnieren (aus dem Reformhaus)

Zubereitung (Dauer ca. 30 Minuten):
Den Zwiebel und Knoblauch fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel + Knoblauch glasig anbraten. Den Hokkaido teilen, entkernen und in ca. 1 x 1 cm große Stücke schneiden. Die Kürbiswürfel in den Topf beimengen und kurz mit anbraten. Dann das Wasser und Lorbeerblatt zugeben und weich dünsten (am besten nach 10 Minuten mal ein Stückchen probieren, ob der Kürbis schon weich ist). Dann das Lorbeerblatt entsorgen und mit den Kräutern, Pfeffer und Salz würzen. Wenn das Kürbisgemüse fertig ist, Blutwurst in ca. 7 mm dicke scheiben schneiden. Dann den Kren frisch reiben. Nun die Blutwurst in einer Pfanne mit erhitztem Öl bei mittlerer Hitze vorsichtig anbraten. Wenn die Blutwurst zu duften beginnt, die Blunznradln einmal umdrehen und auf der anderen Seite anbraten. Nun das Kürbisgemüse auf einem Teller anrichten, Blunznradln drauf, Kren und Maroniflocken darüberstreuen und fertig ist ein herrliches Abendessen oder eine gschmackige Vorspeise.

Tastes good to me!